📯 Offene Stelle – Du verkaufst Sichtbarkeit. Und entscheidest mit, wer sie bekommt. B2B Sales Magazin, 20 Stunden, remote in Deutschland

Caring Companies

Ich führe ein Doppelleben

  • Text: Jessi von Blazekovic

Letzte Woche habe ich eine sehr persönliche Kolumne mit dem Namen „Doppel­schicht“ gestartet. Darin geht es um die beiden Leben, die arbeitende Eltern führen: Das eine findet während der Arbeit statt, das andere zu Hause, zwischen Kinder­tränen, Dreck­wäsche und Mental Load.

In der ersten Ausgabe der Kolumne geht es darum, dass Eltern – und meist sind es die Mütter – in mehreren Schichten arbeiten. Das ist erstmal ein Privileg, das Menschen ohne die Möglichkeit von Homeoffice oder flexiblen Arbeits­zeiten nicht haben. Aber es ist natürlich auch sehr belastend und Ausdruck eines strukturellen Problems: Von Eltern wird oft erwartet, dass sie so arbeiten, als ob sie keine Kinder hätten. Als ob zu Hause nicht noch ein weiterer, sehr anspruchs­voller Job auf sie wartet.

Wir müssen auf Eltern auf­passen

In einer perfekten Welt wäre das anders: Dann wären 30 Stunden für Menschen mit Care-Verantwortung Vollzeit. Dann würden Mütter und Väter beide 80 Prozent arbeiten und das Geld würde trotzdem reichen. Aber soweit sind wir noch nicht. Ich habe für mich entschieden, dass ich nicht darauf warten kann.

Ich will Zeit mit meinen Kindern, ich will eine Arbeit, die mich erfüllt und in der ich meine Potentiale entfalten kann. Daher nutze ich die Möglichkeit, am Abend noch ein paar Stunden am Laptop zu sitzen. Ich könnte meine Rolle vermutlich nicht ausfüllen ohne auf Zeit mit meinen Kindern zu verzichten, wenn ich einen Teil meiner Aufgaben nicht auch nach 20 Uhr noch erledigen könnte.

In meiner Kolumne habe ich ein paar Tipps für Eltern auf­geschrieben, denen es auch so geht. Sie sind keine Lösung für das große Ganze, aber sie helfen mir, im Alltag ein bisschen besser auf mich auf­zupassen.

Aber auch Organi­sationen müssen auf die Eltern in ihren Teams aufpassen. Caring Companies wissen, dass sie viel in einem Tag unter­bringen müssen. Und sie helfen ihnen dabei, das möglich zu machen – nicht, um die Abend­schicht zu normalisieren oder gar vor­zuschreiben, aber um Eltern die Wahl zu geben, wie sie ihren (Arbeits-)Tag rund um ihre Familie gestalten wollen.

Was Caring Companies tun können

  • Eine familien­freundliche Meeting-Kultur einführen: Meetings am Vormittag bündeln, Teilnahme an unkritischen Meetings frei­willig und kürzere Meetings zum Standard machen.
  • Flexibles Arbeiten anbieten: Gleitzeit wenn möglich, keine starren Kernzeiten, Homeoffice wo es sinnvoll ist genehmigen, Führung auch in Teilzeit ermöglichen, zum Beispiel über Topsharing oder rollen­basiertes Arbeiten.
  • Keine Erwartungen an ständige Erreich­bar­keit: Auf dem Spielplatz telefonieren oder beim Vorlesen nebenbei noch eine E-Mail tippen verursacht großen Stress bei Eltern. Idealer­weise sind berufliche und private Geräte getrennt und es muss außerhalb der Arbeits­zeit nicht auf Mails oder Anrufe reagiert werden.
  • Abendarbeit nicht belohnen: Wer um 23 Uhr Mails schreibt, sollte dafür nicht als besonders engagiert gelten. Sonst entsteht ein Wettbewerb, den Eltern nur verlieren oder mit Erschöpfung bezahlen können.
  • Fairer Umgang mit Mehrarbeit: Wer fragmentiert arbeitet, macht öfter Überstunden. Diese sollten erfasst werden und den Mit­arbeitenden in Form von Geld oder Freizeit auch tatsächlich ausgezahlt werden.

Ich bin gespannt auf dein Feedback zur Kolumne, denn ich führe sie nur weiter, wenn sie gut ankommt. Ich würde mich auch freuen zu hören, wie du den Alltag mit Kind und Karriere meisterst. Und falls du keine Kinder hast: Für welche Rolle in deinem Privat­leben hättest du gerne mehr Zeit?

Jessi und das Team von Neue Narrative

💌 Über diesen Link kannst du den Newsletter abonnieren, um ihn direkt in deine Inbox zu erhalten: https://www.neuenarrative.de/caring-companies

Digitale Ausgabe der Neue Narrative

Sichere dir eine Gratis-Ausgabe!

Lust, mal in unserem Magazin zu blättern? In der Ausgabe, die wir dir als PDF zuschicken, geht es um das Thema Karriere. Wir denken Karriere noch immer in Auf- und Abstiegen, dabei wird das den Menschen und Organisationen heute längst nicht mehr gerecht. Zeit, Karriere neu zu definieren.

Unsere neue Ausgabe ist da!

Auch Erwachsene dürfen spielen – sogar im Job. In #27 erfährst du, wie du mit spielerischen Mitteln leichter, kreativer und mutiger arbeitest.