Als junger Berufseinsteiger saß ich regelmäßig in Meetings, deren Ziel und Sinn ich nicht kannte. Meine Kolleg*innen diskutierten über Themen, die ich mir nur ansatzweise erschließen konnte, und verwendeten dabei Vokabeln, die mir größtenteils unbekannt waren. Diese Meetings haben mich unfassbar viel Energie gekostet, obwohl ich oft kein Wort sagte.
Wenn alle munter drauflosreden
Heute passiert mir das zum Glück nicht mehr, aber ich sitze immer noch regelmäßig in Meetings, in denen aneinander vorbeigeredet wird. Jemand stellt eine Frage, die jemand anderes missversteht. Die zweite Person gibt ihren Senf dazu, was wiederum eine dritte Person dazu bringt, ein ganz neues Thema zu eröffnen. In diesen Momenten bin ich immer sehr dankbar, die wesentlichen Tools der Meeting-Facilitation zu kennen.
Die wichtigste Frage bleibt: Wer braucht was?
Für mich ist das wirklich die Wunderwaffe zur Entwirrung aller Meetings. Im Meeting muss zu jedem Zeitpunkt klar sein, wer gerade was braucht. Es geht immer darum, genau ein Thema zu bearbeiten, das eine Person eingebracht hat. Wenn währenddessen eine andere Person merkt, dass sie auch ein Thema hat, das besprochen werden sollte, dann kommt dieses Thema auf den Spannungs-Parkplatz der Offenen Agenda. Erst wenn Thema 1 geklärt ist, wird Thema 2 besprochen.
Mein Eindruck ist: Wer diese Regel verinnerlicht und anwendet, sollte am Ende eines Meetings niemals verwirrter sein als am Anfang. Und hätte ich die Regel in meinen Zwanzigern schon beherrscht, wäre ich vielleicht auch etwas seltener in Meetings eingeschlafen.
Der Auslöser, diesen Newsletter zu schreiben, war übrigens ein Meeting, in dem ich kürzlich saß: Wir diskutierten zu dritt beherzt über eine Entscheidung, nur um dann festzustellen, dass wir jeweils ein unterschiedliches Verständnis von dem hatten, was entschieden werden sollte.
Selbst mit jahrelanger Facilitation-Erfahrung tappe ich also immer noch in genau die Falle, vor der ich hier warne. Der Unterschied ist nur, dass ich inzwischen schneller merke, wenn es passiert. Und dann kann ich laut fragen: Worüber reden wir hier eigentlich gerade? Wer braucht was von wem?
Eine klare Woche wünschen
Sebastian und das Team von Neue Narrative
Eine Frage, die dich durch die Woche begleiten soll: Was ist deine Wunderwaffe, die jedes Meeting besser macht?
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