Vor Kurzem haben wir für unseren NN-Podcast „Fühlungsqualitäten“ eine Folge aufgenommen, in der es um die Frage ging, welche Modelle uns Hosts in unserer eigenen Arbeit am meisten nützen. Was mir dazu einfiel war kein komplexes Modell, sondern eine einfache Frage, die ich eigentlich ständig stelle.
Und zwar in 1:1’s, in Meetings und sogar mir selbst. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendetwas mir schon so oft geholfen, mir so viel Zeit und Verwirrung erspart hat wie diese Frage. Sie lautet: „Was brauchst du?“
Eine Frage für (fast) jede Situation
Ursprünglich kenne ich die Frage aus der Meeting-Moderation und dem Konzept des Spannungsbasierten Arbeitens. Sie soll helfen, gedanklich für sich zu sortieren, was benötigt wird, um einen Schritt weiter zu kommen. Gleichzeitig sorgt sie dafür, dass die Person, die darauf antwortet, auch die Verantwortung für ein Thema übernimmt. Brauchst du eine Information, und falls ja, welche? Willst du etwas teilen, und falls ja, was? Brauchst du, dass jemand konkrete nächste Schritte unternimmt? Oder brauchst du Resonanz, eine größere Entscheidung, eine neue Rolle oder ein Snickers?
In Gesprächen, in denen ich merke, dass ich bald abschalte oder verwirrt bin, ist mein Geheimtrick, zu fragen: Gut, und was brauchst du? Das geht auch im Privaten. Dort muss ich nur aufpassen, dass ich etwas empathischer bin als im Arbeits-Kontext. Im Grunde gilt aber auch hier:
„Wenn ich nicht weiß, was ich sagen soll, dann frage ich: Was brauchst du?“
Am meisten überrascht hat mich, wie gut die Frage auch mir selbst gegenüber funktioniert. Wenn ich mich in Gedanken verliere, halte ich manchmal inne und frage mich ganz direkt: Was brauche ich gerade eigentlich? Oft ist die Antwort banaler, als das Gedankenkarussell vermuten lässt – eine Pause, ein Gespräch, eine Entscheidung, die ich vor mir herschiebe. Aber allein die Frage zu stellen, holt mich aus dem Grübeln raus und zurück ins Handeln.
Vielleicht ist es bei dir eine ganz andere Frage. Aber ich finde es beruhigend, so ein Meta-Tool in der Tasche zu haben, das ich immer rausziehen kann. Am meisten würde ich mir aber wünschen, dass all die Gruppen, die gerade versuchen, unsere Demokratie zu zerstören, mal einen Moment innehalten und diese Frage beantworten würden. Vielleicht käme ja etwas dabei heraus, was wir ihnen sehr leicht geben können, ohne dafür den Faschismus einführen zu müssen.
Eine Fragen, Fragen, Fragen stellende Woche wünschen
Sebastian und das Team von Neue Narrative
Eine Frage, die dich durch die Woche begleiten soll: Was brauchst du jetzt gerade?
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