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  • Text: Sebastian Klein

Die ersten Jahre meines Berufs­lebens habe ich in Umfeldern verbracht, die nur ein­geschränkte psycho­logische Sicher­heit geboten haben. Das Gefühl, dass Menschen sich im Team so sicher fühlen, dass sie bereit sind, zwischen­menschliche Risiken ein­zugehen, ohne dabei Angst vor Bewertung haben zu müssen, war dort kaum bis gar nicht gegeben.

Ich erinnere mich zum Beispiel an eine extrem über­griffige E-Mail eines Kollegen, die mit dem Betreff der heutigen Mail startete. Ich bin sehr froh, dass ich so etwas schon viele Jahre nicht mehr erleben musste.

Leider ist psychologische Sicherheit nicht die Norm

Seit einigen Jahren habe ich nun das Glück, nur noch in Teams mit sehr hoher psycho­logischer Sicher­heit zu arbeiten. Das führt dazu, dass ich mich immer traue, kreativ zu sein. Menschen sagen mir zwar, wenn sie meine Ideen schlecht finden, aber sie werten mich niemals als Person ab, machen sich auch nicht lustig oder bestrafen mich für meine Risiko­bereitschaft.

Ein solches Umfeld ist in deutschen Unter­nehmen aber nach wie vor leider eher die Aus­nahme als die Regel.

Dabei ist psychologische Sicherheit ein Schlüsselfaktor für leistungsstarke Teams.

Das Konzept ist schon seit den 1950ern bekannt, wirklich populär wurde es aller­dings erst, nachdem Google im Jahr 2015 Studien­ergebnisse des „Project Aristotle“ publizierte. Diese belegten erstmals psycho­logische Sicher­heit als wichtigsten Faktor für den Erfolg eines Teams.

Welche Rolle spielt Psychologische Sicherheit in Unternehmen?

Psycho­logische Sicher­heit beschreibt ein Klima des offenen Austauschs in einer Gruppe oder Organisation, in der Menschen sich trauen, Risiken ein­zugehen und auch Fehler von sich und anderen anzusprechen.

Sie entsteht, indem Führungs­kräfte und Team­mitglieder aktiv zuhören, Fragen und unter­schied­liche Meinungen will­kommen heißen, eigene Fehler offen ansprechen und respekt­voll mit Kritik umgehen. Wichtig ist außerdem, Beiträge wert­zuschätzen, Unsicher­heiten anzusprechen und auf Schuld­zuweisungen und Strafen zu ver­zichten. So entsteht ein Umfeld, in dem Menschen ihre Gedanken und Bedenken offen teilen.

Mehr über psychologische Sicherheit findest du in unserem New Work Glossar.

Ich denke, alle, die sich fragen, wie die deutsche Wirt­schaft in Schwung gebracht werden könnte, wie sie innovativer und wett­bewerbs­fähiger sein könnte, und auch wie sich der Kranken­stand ver­ringern ließe, sollten sich dringend mal mit diesem Konzept befassen. Aus meiner persönlichen Erfahrung heraus kann ich versprechen: Es lohnt sich.

Eine angstfreie Woche wünschen
Sebastian und das Team von Neue Narrative

Eine Frage, die dich durch die Woche begleiten soll: Wie psycho­logisch sicher fühlst du dich in deiner Arbeit auf einer Skala von 0 (gar nicht) bis 10 (voll­kommen)? Was müsste passieren, um deine Antwort um 2 Punkte nach oben zu bewegen?

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