Laut dem Parkinsonschen Gesetz dehnt sich Arbeit genau in dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht. Auf Meetings bezogen stimmt das sicherlich – bei mir auf jeden Fall. Wenn ich keine Grenzen setze, dann besteht meine komplette Woche nur aus Meetings.
Kaum einem Thema stehe ich so ambivalent gegenüber. Manchmal wünsche ich mir sogar, es gäbe gar keine Meetings. Das passiert meistens, wenn ich entweder viel zu viele davon hintereinander habe, oder wenn ich aus einem besonders frustrierenden Termin komme, in dem 60 Minuten aneinander vorbei geredet wurde.
Dennoch weiß ich, dass meine Arbeit ohne Meetings nicht möglich wäre. Wann immer ich in der Vergangenheit versucht habe, sie radikal zu reduzieren, sind dadurch neue Probleme, Missverständnisse oder Schlimmeres entstanden.
Gute Meetings, schlechte Meetings
Meeting-Zeiten im Blick zu behalten und nicht ausufern zu lassen ist ein wichtiger Teil meiner Arbeit. Und gleichzeitig sollte für mich immer der Anspruch sein, jedes Meeting kritisch zu bewerten und es nächstes Mal besser machen zu wollen. Bei NN haben wir diesem Ansinnen vorletztes Jahr ein ganzes Heft gewidmet: Ausgabe #22 mit dem Titel „Nie wieder schlechte Meetings!“
Die Qualität eines Meetings würde ich allerdings gar nicht daran messen, wie viel Zeit es gekostet hat, sondern vielmehr an der Frage:
Komme ich mit mehr Klarheit und Energie aus dem Meeting, als ich reingekommen bin?
Wenn Meetings schlecht sind, ist die Antwort meist klar: Nein und Nein. Dann lohnt es sich, etwas weiter zu forschen: Woran lag es? Waren die Erwartungen klar und aufeinander abgestimmt? Was wollte mit dem Meeting geschafft werden? Sollte etwas geklärt werden? Sollte im Meeting Arbeit erledigt oder neue geschaffen werden? Wenn es bei Letzterem unterschiedliche Erwartungen gibt, wird es oft besonders frustrierend.
Ehe ich an einem Meeting teilnehme, lohnt es sich zu reflektieren: Was brauche ich von dem Meeting? Habe ich Lust, mit To-Dos rauszugehen? Falls nein, warum gehe ich dann überhaupt hin? Und sollte ich transparent machen, was meine Intention und meine Möglichkeiten sind, etwas beizutragen? Sind alle Themen für mich relevant? Falls nein, muss ich die ganze Zeit anwesend sein, oder kann ich mich (phasenweise) ausklinken?
Wir verbringen so viel Zeit in Meetings, dass es sich für mich lohnt, diese und viele weitere Fragen zu reflektieren. Im Nachhinein bin ich aber tatsächlich auch um jedes schlechte Meeting froh, in dem ich saß. Denn sonst wüsste ich ja gar nicht, wie ein gutes aussieht.
Eine meetingreiche Woche wünschen
Sebastian und das Team von Neue Narrative
Eine Frage, die dich durch die Woche begleiten soll: Was war das beste und was das schlimmste Meeting deines Lebens? Wenn du die beiden vergleichst, worin haben sie sich unterschieden?
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