Wie oft kommt es bei dir vor, dass Menschen sich in Meetings zu Wort melden, ohne dass du hinterher weißt, mit welcher Absicht sie das taten? Eine simple Regel der Zusammenarbeit ändert das.
In meinem letzten Newsletter habe ich gefragt, ob ich häufiger mehrteilige Ausgaben bringen soll. Ich habe mich wirklich gefreut, dass mich einen Tag nach der Ausgabe bereits 13 Zuschriften erreicht haben, von denen sich alle für detaillierte Mehrteiler ausgesprochen haben.
Eine Person hat sogar geschrieben: „Das ist wieder so wie früher, als man sich nach dem Ende einer Serienfolge eine Woche auf die Fortsetzung gefreut hat, anstatt zu bingen.“ Einige schrieben aber auch, dass es ihnen gefällt, dass ich „auf den Punkt komme“. Also gehe ich nur ins Detail, wo ich denke, dass es wirklich nötig ist. Es wird also auch weiterhin noch Einteiler geben.
So wie in dieser Ausgabe, in der es darum gehen soll, wie eine simple Regel die Zusammenarbeit bei uns (Neue Narrative) deutlich verbessert.
- Organisation: NN Publishing
- Mitarbeiter*innenanzahl: 29 (2026)
- Rechtsform: GmbH
- Hack: Eindeutige, zielorientierte Kommunikation
Das Problem
Ich würde behaupten, jede Organisation hat gewisse Regeln und Vorgaben für die Ergebnisse ihrer Arbeit. Sie haben das Ziel, sicherzustellen, dass der Zweck erfüllt und die Qualität möglichst hoch ist. Egal, ob es um journalistische Texte, Rasenmäher oder die Umsetzung politischer Entscheidungen in der Verwaltung geht.
Für die Kommunikation innerhalb der Organisation gilt das allerdings häufig nicht. Klar, es gibt Gepflogenheiten, es gibt Rituale. Doch überlege einmal selbst: Wie oft kommt es bei dir vor, dass Menschen sich in Meetings zu Wort melden, ohne dass du hinterher weißt, mit welcher Absicht sie das taten?
Die Lösung
… ist spannungsbasiertes Arbeiten.
Spannungen sind für uns Informationen, die mit einer Absicht verbunden sind. Genauer: Es sind die beobachteten Unterschiede zwischen dem Ist- und dem Soll-Zustand.
Zudem haben wir basierend auf dem Organisationsmodell Holacracy verschiedene Kategorien gebildet, die die Absicht hinter einer Spannung sofort einordnen. Das hat nebenbei den Effekt, dass auch die Spannungsinhaber*innen gefordert sind, konkret zu werden.
Spannungsart und Bedeutung:
- Information holen: Ich möchte um etwas wissen.
- Information teilen: Ich möchte über etwas informieren, erwarte aber keine Antwort, Rückmeldung oder Resonanz.
- Resonanz einholen: Ich habe einen Vorschlag und möchte hören, was ihr darüber denkt.
- Um To-do bitten: Ich möchte eine Person oder ein Team um die Erledigung einer Aufgabe bitten.
- Projekt anfordern: Ich möchte eine Person oder ein Team um die Erledigung oder Mitarbeit an einer großen, längerfristigen Aufgabe bitten.
- Rolle schaffen: Ich oder eine andere Person erledigt wiederkehrend Aufgaben, weshalb ich vorschlage, dies abzubilden.
- Regel schaffen: Ich möchte erwartbare und einheitliche Ergebnisse sicherstellen.
Die Stolperfalle
Damit es mit der spannungsbasierten Arbeit funktioniert, noch zwei wichtige Hinweise:
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Um nicht für andere zu sprechen, gibt es bei uns die Regel: keine Stellvertreter*innen-Spannungen. Das heißt: Eine Spannung entsteht immer bei mir selbst, nicht in der Organisation, nicht im Team, nicht bei uns. Das erleichtert es ungemein, direkt Lösungen für Spannungen zu erarbeiten bzw. nächste Schritte zu planen.
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Ein fester Ort für Spannungen: Wir haben in unseren Meetings einen sogenannten Spannungsspeicher. Alle Spannungen, die aufkommen, können dort abgelegt werden, um sie dann in einem fest in der Agenda des Meetings verankerten Slot zu bearbeiten.
Ich kann diese Art, auf der Arbeit zu kommunizieren, nur allen empfehlen. Es sorgt für Klarheit untereinander, es ermöglicht, vermeintlich randständige Dinge anzusprechen und es führt dazu, dass Beobachtungen genutzt werden, um die gemeinsame Arbeit und Organisation zu verbessern.
So, und dann möchte ich schon mal die Info teilen, dass ich ab der nächsten Ausgabe wieder einen Mehrteiler plane. Gerade stehen zwei Themen zur Auswahl. Welche das sind, verrate ich aber nicht.
Geheimniskrämerische Grüße
Paul und das Team von Neue Narrative
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