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Case Clinic

Agent 001: Die Lizenz zum Vibe-Coden

  • Text: Paul Fenski

In der letzten Ausgabe ging es darum, wie die IG Metall mit einer Rahmen-Gesamt­betriebs­vereinbarung die Grund­lage für die KI-Nutzung gelegt hat. Offen blieb die Frage, wer die erweiterte Lizenz bekommt, die 26 Euro pro Nutzer:in und Monat kostet. Darum geht es heute.

  • Organisation: IG Metall
  • Mitarbeiter*­innen­anzahl: 2.500 (2026)
  • Rechts­form: Gewerk­schaft
  • Hack: Künstliche Intelligenz

Das Problem

Seit der Rahmen-GBV dürfen alle Beschäftigten der IG Metall KI nutzen, wegen der Daten­schutz­richt­linien allerdings nur Copilot. Seit Anfang 2024 gibt es eine erweiterte Version, die Zugriff auf lokale Dateien hat und bessere Ergebnisse liefern soll. Bei der IG Metall wird sie als Copilot Pro bezeichnet und kostet 26 Euro pro Nutzer:in pro Monat.

Für alle 2.500 Beschäftigten wären das 65.000 Euro im Monat, also 780.000 Euro im Jahr. Die Lizenz einfach so allen aus­zuhändigen, wäre kein sorgsamer Umgang mit den Beiträgen der Gewerk­schafts­mitglieder. Sie nur an Einzelne zu vergeben, ist aber auch nicht so einfach. Wer soll sie bekommen, und auf welchen Kriterien soll die Ent­scheidung beruhen?

Die Lösung

Um heraus­zufinden, ob und in welchem Maße sich die Mehr­ausgaben rechnen könnten, startete die IG Metall eine Pilot­phase. Hierfür bekamen die­jenigen unter den bis­herigen Workshop-Teil­nehmer:innen, die angaben, mehrmals in der Woche KI zu nutzen, einen Zugang – über 100 Menschen. Hinzu kamen einige Personen aus bestimmten Bereichen der Organisation, etwa aus Geschäfts­stellen und Bildungs­zentren. Insgesamt waren es 150 Teil­nehmer:innen. Von Ende Oktober 2025 bis Ende Februar 2026 traf sich die Pilot­gruppe alle zwei Wochen virtuell, um gemeinsam Anwendungs­fälle zu entwickeln.

Die Umfrage­ergebnisse der Teil­nehmer:innen:

  • Niemand gab an, dass ein Anwendungs­fall ohne Pro-Lizenz gar nicht möglich gewesen wäre.
  • Über die Hälfte sagte, es wäre nur stark ein­geschränkt möglich gewesen.
  • 38 Prozent merkten kaum einen Unter­schied.

Auf Basis der Umfrage­ergebnisse entsteht ein Frage­bogen, der Mit­arbeiter:innen helfen soll, heraus­zufinden, ob ihnen eine Pro-Lizenz nützt. Die Ent­scheidung soll der Person selbst über­lassen bleiben, voraus­gesetzt, die Führungs­kraft stimmt zu.

Wer eine Lizenz hat, braucht dann nur noch Ideen, was sich damit anstellen lässt. Darum geht es in der nächsten und letzten Ausgabe dieser Serie.

Geschüttelt, nicht gerührt, grüßt
Paul und das Team von Neue Narrative

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