In der letzten Ausgabe ging es darum, wie die IG Metall mit einer Rahmen-Gesamtbetriebsvereinbarung die Grundlage für die KI-Nutzung gelegt hat. Offen blieb die Frage, wer die erweiterte Lizenz bekommt, die 26 Euro pro Nutzer:in und Monat kostet. Darum geht es heute.
- Organisation: IG Metall
- Mitarbeiter*innenanzahl: 2.500 (2026)
- Rechtsform: Gewerkschaft
- Hack: Künstliche Intelligenz
Das Problem
Seit der Rahmen-GBV dürfen alle Beschäftigten der IG Metall KI nutzen, wegen der Datenschutzrichtlinien allerdings nur Copilot. Seit Anfang 2024 gibt es eine erweiterte Version, die Zugriff auf lokale Dateien hat und bessere Ergebnisse liefern soll. Bei der IG Metall wird sie als Copilot Pro bezeichnet und kostet 26 Euro pro Nutzer:in pro Monat.
Für alle 2.500 Beschäftigten wären das 65.000 Euro im Monat, also 780.000 Euro im Jahr. Die Lizenz einfach so allen auszuhändigen, wäre kein sorgsamer Umgang mit den Beiträgen der Gewerkschaftsmitglieder. Sie nur an Einzelne zu vergeben, ist aber auch nicht so einfach. Wer soll sie bekommen, und auf welchen Kriterien soll die Entscheidung beruhen?
Die Lösung
Um herauszufinden, ob und in welchem Maße sich die Mehrausgaben rechnen könnten, startete die IG Metall eine Pilotphase. Hierfür bekamen diejenigen unter den bisherigen Workshop-Teilnehmer:innen, die angaben, mehrmals in der Woche KI zu nutzen, einen Zugang – über 100 Menschen. Hinzu kamen einige Personen aus bestimmten Bereichen der Organisation, etwa aus Geschäftsstellen und Bildungszentren. Insgesamt waren es 150 Teilnehmer:innen. Von Ende Oktober 2025 bis Ende Februar 2026 traf sich die Pilotgruppe alle zwei Wochen virtuell, um gemeinsam Anwendungsfälle zu entwickeln.
Die Umfrageergebnisse der Teilnehmer:innen:
- Niemand gab an, dass ein Anwendungsfall ohne Pro-Lizenz gar nicht möglich gewesen wäre.
- Über die Hälfte sagte, es wäre nur stark eingeschränkt möglich gewesen.
- 38 Prozent merkten kaum einen Unterschied.
Auf Basis der Umfrageergebnisse entsteht ein Fragebogen, der Mitarbeiter:innen helfen soll, herauszufinden, ob ihnen eine Pro-Lizenz nützt. Die Entscheidung soll der Person selbst überlassen bleiben, vorausgesetzt, die Führungskraft stimmt zu.
Wer eine Lizenz hat, braucht dann nur noch Ideen, was sich damit anstellen lässt. Darum geht es in der nächsten und letzten Ausgabe dieser Serie.
Geschüttelt, nicht gerührt, grüßt
Paul und das Team von Neue Narrative
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