In einer Welt, in der es überall um Geld geht, liegt es auch beim Job nahe, die eigene Zufriedenheit vor allem daran zu koppeln, wie gut man bezahlt wird. Doch letztlich ist Geld nur ein Faktor, der unsere Zufriedenheit beeinflusst.

Geld

Wie zufrieden bist du mit deinem Job?

Text: Henri Backmund
Illustration: Minii

Geld ist nicht alles: Es gibt viele Faktoren, die einen Einfluss darauf haben, wie glücklich wir im Job sind. Dieser Guide hilft dir dabei, deine wichtigsten Kriterien zu finden und zu priorisieren.

In einer Welt, in der es überall um Geld geht, liegt es auch beim Job nahe, die eigene Zufriedenheit vor allem daran zu koppeln, wie gut man bezahlt wird. Doch letztlich ist Geld nur ein Faktor, der unsere Zufriedenheit beeinflusst.

Eine ganze Reihe weiterer Faktoren spielt in unsere Zufriedenheit rein, und welche dabei wie stark gewichtet werden, ist höchst individuell. Es ist daher sinnvoll, sich mit den eigenen Prioritäten und Präferenzen zu beschäftigen.

Faktoren, die Einfluss auf unsere Arbeitszufriedenheit haben können sind:

  • Gehalt und andere geldwerte Leistungen
  • Beziehungen zu Kolleg*innen
  • Psychologische Sicherheit
  • Sinnerleben / als sinnvoll empfundene Tätigkeit
  • Karriere- und Aufstiegsmöglichkeiten
  • Möglichkeit der Mitsprache und Gestaltung
  • Urlaubstage
  • Autonomie und Flexibilität

You can't have it all!

Auch wenn Selbsthilfebücher und Motivationscoaches uns etwas anderes sagen: Es gibt nur wenige Menschen, die einen Job finden, in dem sie alles haben: eine interessante, kreative Tätigkeit, ein spitzenmäßiges Einkommen, viel Freizeit, die nettesten, klügsten Kolleg*innen… Es mag sie geben, diese Glücksfälle, aber für die meisten gilt: Wer nicht sein ganzes Leben lang dem perfekten Job nachjagen will, der*die muss priorisieren. Wie kann das aussehen?

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In der Ausgabe, die wir dir als PDF zuschicken, geht es darum, wie eine Wirtschaftswelt ohne große Egos aussehen könnte.

Schritt 1: Killer-Kriterien finden

In einem ersten Schritt solltest du alle Kriterien auflisten, die einen Einfluss darauf haben, wie zufrieden du mit einem Job bist. Links hast du schon einige Beispiele gesehen, mache aber am besten eine neue Liste mit genau den Faktoren, die für dich einen Einfluss darauf haben können, ob du einen Job besser oder schlechter findest als einen anderen.

Wenn du die Liste hast, dann gehe sie zunächst durch und frage dich, bei welchen Kriterien dein aktueller Job nicht so gut abschneidet. Du kannst Schulnoten vergeben oder mit einer Ampel arbeiten. Dann solltest du dich fragen, ob einer der Faktoren ein so starkes Problem darstellt, dass sich das durch nichts anderes kompensieren lässt. Wo werden deine Grundbedürfnisse so stark eingeschränkt, dass dringend Veränderungsbedarf geboten ist? Die Faktoren und Killer-Kriterien, die du hier identifizierst, solltest du immer im Blick haben.

Eine Tabelle, die mit Schulnoten bewertet, wie gut die Kriterien an deinem aktuellen Arbeitsplatz erfüllt werden.

Schritt 2: Finde deine Prioritäten

Ein wichtiger Schritt ist nun, die Liste an Dingen, die Einfluss auf deine Arbeitszufriedenheit haben könnten, so einzudampfen, dass du bei den fünf wichtigsten Aspekten landest. Wenn es noch weniger werden, umso besser! Versuche aber, bei nicht mehr als fünf Faktoren zu landen. Wenn du dich schwer tust, die Anzahl der Kriterien zu reduzieren, dann mache paarweise Vergleiche: Wenn du nur Kriterium A oder B auswählen könntest, welches würdest du nehmen? Am Ende verwendest du einfach die fünf Kriterien, die die meisten Paarvergleiche „gewonnen“ haben.

Schritt 3: Formuliere dein Ideal, den Worst Case und deine Absprunglinie

Nimm nun deine fünf Faktoren und formuliere ein Ideal: Was müsste gegeben sein, damit du bezogen auf dieses Kriterium sagen würdest: Besser geht’s nicht? Sei ruhig utopisch und formuliere ein unerreichbares Ziel.

Im nächsten Schritt formuliere den Worst Case: Was wäre die schlimmstmögliche Ausprägung bezogen auf dieses Kriterium?

Dann überlege dir noch, wo dazwischen du eine Absprunglinie setzen würdest: An welcher Stelle wärst du so unzufrieden, dass du den Job wechseln müsstest?

Das ganze würde dann z. B. so aussehen:

Tabelle mit Ideal, Worst Case und Absprunglinie

Schritt 4: Mappe dein Ist

Du kannst deine Faktoren nun als eine Skala darstellen: 10 ist jeweils das Ideal, 0 ist nicht der Worst-Case, sondern deine persönliche Absprunglinie. Verorte deine Ist-Situation für jeden der Faktoren, und bewerte dann für dich, ob daraus Spannungen entstehen: Wo bist du näher an der Absprunglinie als am Ideal? Wie fühlt sich das an?

Skala von null bis zehn für den Ist-Zustand der verschiedenen Faktoren, zum Beispiel vier für Sinnerleben

Nächste Schritte

Die entscheidende Frage bei alledem bleibt: Bist du zufrieden oder bist du es nicht? Die hier vorgestellte Struktur kann dabei helfen, dein Bauchgefühl zu untermauern oder es überhaupt erst ans Tageslicht zu bringen. Vielleicht findest du heraus, dass dein Job zwar nicht alles bietet, aber immerhin das, was dir wichtig ist. Oder es ist genau andersherum: Dein Job klingt toll, aber was dir wichtig ist, fehlt. Wir empfehlen dir, dazu hin und wieder zu reflektieren, besonders wenn du zu den vielen Menschen gehörst, die „eigentlich ganz zufrieden“ sind mit ihrer Arbeit.

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