Interview mit Laura Gehlhaar - Foto Marco Ruhlig

Wirksamkeit

Wie bringst du Impact in die Welt, Laura Gehlhaar?

Interviews: Ronja Lamberty
Foto: Marco Ruhlig

Wir haben mit der Beraterin und Aktivistin Laura Gehlhaar gesprochen und sie gefragt, wie sie Impact in die Welt bringt.

Meine allererste Reaktion auf die Frage danach, was Wirksamkeit für mich bedeutet, war: Hilfe, Druck! Das mag vor allem daran liegen, dass die Welt seit einigen Wochen stillsteht und damit auch meine Arbeit, also meine persönliche Wirksamkeit. Es hat einen Moment gedauert, bis ich mich wieder an das erinnerte, was ich in den letzten Wochen gelernt habe: Auch ich darf mal stillstehen und das kann sogar sehr guttun!

„Barrierefreiheit tut jedem Menschen gut, aber leider hat unsere Gesellschaft noch nicht verstanden, dass es sich hierbei nicht um Wohlfahrtsthemen handelt.“

Ich bin mit einer Behinderung groß geworden, kannte aber bis zu meinem 25. Lebensjahr keine anderen Menschen mit Behinderung. Durch einen Zufall stieß ich bei einer Recherche auf Raul Krauthausen und musste ihm einfach direkt schreiben. Unsere erste Begegnung, die direkt am nächsten Tag stattfand, hat den Grundstein für meine Laufbahn als Aktivistin gelegt. Mich hat es unglaublich bewegt, jemandem gegenüberzusitzen, dem es ähnlich geht wie mir. Seit diesem Tag habe ich aktiv Kontakt zu anderen Menschen mit Behinderung gesucht und begonnen, mich für Barrierefreiheit und Inklusion einzusetzen.

Barrierefreiheit tut jedem Menschen gut, aber leider hat unsere Gesellschaft noch nicht verstanden, dass es sich hierbei nicht um Wohlfahrtsthemen handelt. Inklusion ist ganz klar gesetzlich verankert und ein Menschenrecht. Trotzdem befinde ich mich in Deutschland viel zu häufig in Situationen, in denen ich aufgrund mangelnder Barrierefreiheit ausgeschlossen bin, da sind andere Länder schon viel weiter. Antidiskriminierungsgesetze sind hier noch immer nicht so ausgelegt, dass Menschen mit Behinderung uneingeschränkt am Alltag teilnehmen können. Das muss sich ändern!

„Inklusion ist harte Arbeit und mit hohen Kosten, strukturellen Veränderungen und extrem viel Aufwand verbunden.“

Mein Ansatz ist, Aufmerksamkeit für Barrierefreiheit zu generieren. Aber: Inklusion ist harte Arbeit und mit hohen Kosten, strukturellen Veränderungen und extrem viel Aufwand verbunden. Aber wenn genug Wille und Offenheit vorhanden sind, um diese Veränderung anzugehen, dann können wir als Gesellschaft gemeinsam für eine gerechtere Zukunft sorgen, davon bin ich überzeugt!

Seit meiner Begegnung mit Raul vor zwölf Jahren habe ich für mich gelernt, dass ich nicht alleine bin, sondern es viele Menschen in unserer Gesellschaft gibt, denen es auch so geht wie mir. Vor allem aber habe ich verstanden, dass mein Körper, so wie er ist, gut und normal ist – und, dass ich mit diesem Körper wirksam sein und Dinge verändern kann!

Illustration: Jaqueline Kaulfersch

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