Wirksamkeit

Was bedeutet Wirksamkeit für dich, Farina Schurzfeld?

Wir haben Farina Schurzfeld, Gründerin von Selfapy, gefragt, wie sie Impact in die Welt bringt.

Aufgezeichnet von: Ronja Lamberty

Vor mehr als vier Jahren habe ich das Start-up Selfapy mitgegründet, ein digitales Therapieprogramm, mit dem wir Menschen schnell und anonym psychologische Hilfe anbieten. Die Onlinekurse von Selfapy sind eine Ergänzung zur klassischen Therapie und sehr leicht zugänglich, da Nutzer*innen vorher nicht unbedingt zum Arzt gehen müssen. Anraten tun wir das dennoch jedem*jeder, der*die Selfapy nutzen will. Eine Face2Face-Therapie komplett zu ersetzen, ist nicht unser Anspruch. Uns geht es vielmehr darum, eine niedrigschwellige und wirksame Soforthilfe anzubieten, die vor allem den Menschen helfen soll, die eine Therapie brauchen, aber bisher keinen Platz in einer Praxis bekommen haben.

„Ich glaube, dass Patient*innen künftig selber entscheiden werden, welche Art der Therapie zu ihnen passt.“

Wenn ich heute an die Zukunft der Psychotherapie denke, dann kommen mir als erstes die Kriterien flexibel und individuell in den Kopf. Stichwort: Patient*innen-Empowerment! Ich glaube, dass Patient*innen künftig selber entscheiden werden, welche Art der Therapie zu ihnen passt. Über automatisierte Diagnosetools beispielsweise könnten psychologische Einschätzungen gegeben werden, um daraufhin eine auf den*die Patient*in zugeschnittene Therapie mit maximaler Wirksamkeit zusammenzustellen.

„Ich bin davon überzeugt, dass jeder Mensch auf seine eigene Art und Weise wirksam ist.“

Ich bin davon überzeugt, dass jeder Mensch auf seine eigene Art und Weise wirksam ist. Mir persönlich ist es wichtig, täglich eine Wirkung zu haben, in meinem Berufsleben sowie auch privat, die mir zeigt, dass meine Gedanken und meine Handlungen etwas anstoßen und verändern können. Um das zu erreichen, muss ich reflektieren, an mir arbeiten und vor allem lernen, ein positives und liebevolles Gefühl für mich selbst zu entwickeln. Neben einer Wirksamkeit, die sich auf mein Umfeld und meine Arbeit bezieht, ist es mir genauso wichtig, mehr über mich selbst zu lernen und deswegen arbeite ich seit fast zwei Jahren mit einem Coach, der mich dabei unterstützt, mein volles Potenzial zu entfalten und als Mensch zu wachsen. Ich halte es für enorm wichtig sich selbst zu reflektieren, sowie die eigenen Gedanken und Gefühle ernst zu nehmen. Während der Arbeit mit meinem Coach habe ich gelernt, mich besser zu beobachten. Immer wieder kommt es vor, dass ich dabei alte Muster entdecke, die ich dachte eigentlich schon längst abgelegt zu haben. Mittlerweile kann ich (meist) darüber lachen, anstatt mich zu ärgern.

Ein Unternehmen wie Selfapy zu leiten, das mit meinen Werten in Einklang ist und bei dem ich das Gefühl habe, dass es der Gesellschaft etwas zu geben hat, empfinde ich als sehr bereichernd. Meine Arbeit trifft in den Kern meines Verständnisses von persönlicher Wirksamkeit, die immer auch in Bezug zu etwas Größerem steht.

Mut

Zivilisiert statt kriegerisch: Ein Plädoyer für ein neues Unternehmertum

Eigentlich fokussieren wir uns eher auf die halb vollen als auf die halb leeren Gläser. Doch manche Dinge machen uns so wütend, dass es gar nicht so leicht ist, konstruktiv zu bleiben. Dafür gibt es diese Kolumne, mit der wir unserer Wut Luft machen. Diesmal: Das Narrativ des kriegerischen Managers, der mit allen Mitteln den Sieg anstrebt, ist aus der Zeit gefallen. Ein Plädoyer für zivilisiertes, erwachsenes Unternehmertum.

Warum Introvertierte mehr Anerkennung verdienen

Mut

Warum Introvertierte mehr Anerkennung verdienen

Wer laut ist, gilt als mutig. Beiträge, die weniger sichtbar sind, werden seltener wertgeschätzt. Für Introvertierte ist das ein Problem. Wir sollten unseren Blick für ihre stillen Leistungen schärfen.