„Ohne Fleiß kein Preis“ ist ein typischer Glaubensatz über Geld.

Geld

Was für ein Verhältnis hast du zu Geld?

Text: Henri Backmund
Input-Geberin: Monika Müller
Illustration: Malena Kronschnabl

Geld ist emotional! Wir alle wachsen mit Glaubenssätzen auf, die unsere Beziehung zu Geld prägen. Für einen bewussten und reflektierten Umgang mit Geld müssen wir sie erkennen und hinterfragen.

Ob es die Gehaltsabrechnungen, der Kontostand oder die Briefe von der Rentenversicherung sind: Die Konfrontation mit den eigenen Finanzen löst bei den meisten von uns etwas aus: Angst, Ärger, Freude. Geld macht etwas mit uns.

Und da Geld in unserer Welt quasi überall ist und in allen Bereichen unseres Lebens wirkt, ist es sinnvoll, sich mit diesen Gefühlen und den zugehörigen Mechanismen auseinanderzusetzen. „Wir sollten“, so der psychoanalytische Sozialpsychologe Rolf Haubl, „nicht nur früh lernen, was wir mit Geld machen, sondern auch, was Geld mit uns macht.“1

Laut Haubl manifestieren sich bereits im jungen Alter Glaubenssätze, die später unbewusst darauf einwirken, wie wir mit Geld umgehen. Insbesondere das Elternhaus lebt einen bestimmten Umgang mit Geld vor und kommuniziert uns sogenannte Geld-Botschaften. Ein Beispiel dafür sind Redewendungen und Sprichwörter, die uns zum Thema Geld mitgegeben werden. Aber natürlich lernen wir auch aus Beobachtung: Wie sind unsere frühen Bezugspersonen mit Geld umgegangen? Welche Ängste, Wünsche, Hoffnungen haben ihr Verhalten geprägt und sind auf uns übergegangen?

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Was wir durch frühe Prägung verinnerlichen, vereinfacht später unser Verhalten. Statt jedes Mal eine komplexe Analyse durchzuführen, verlassen wir uns bei unseren Entscheidungen auf einfache Entscheidungsheuristiken („A ist besser als B“, „C führt immer zu D“, „E gehört sich nicht“ …). Unsere Prägung im Umgang mit Geld beeinflusst alle möglichen wichtigen Lebensentscheidungen von uns: welchen Ausbildungsweg wir wählen, welchen Beruf wir ausüben, welches Leben wir leben ...

Illustration von zwei Händen die auf einen Stapel Münzen zeigen

Sie wirkt auf zwei Ebenen, auf unser Verhalten und auf unsere Emotionen. So haben wir das Verhalten betreffend vielleicht gelernt, dass es gut ist zu sparen. Oder dass es, ganz im Gegenteil, gut ist, das eigene Geld zu investieren. Emotional kann Geld mit positiven Gefühlen besetzt sein, indem wir es mit Freiheit und Glück verbinden. Oder mit negativen Gefühlen wie Ängsten und Sorgen. Dann verbinden wir Geld mit Stress oder sehen in ihm einen Grund für Missstände in der Welt.

All diese Gefühle haben ihre Berechtigung, da sich in ihnen die ambivalente Wirklichkeit von Geld widerspiegelt. Ohne Geld sind wir nicht frei, mit Geld aber auch nicht zwingend. Und genau darum geht es: Denn wir finden die Freiheit sicher nicht nur im Geld. Wer auf diese Weise Geld mit Freiheit verwechselt, häuft möglicherweise immer mehr Geld an, ohne jemals das Gefühl von Entspannung, Ruhe und Sicherheit zu erreichen, das sie*er eigentlich sucht.

Sich mit solchen unbewussten emotionalen Zuschreibungen, frühen Prägungen und verinnerlichten Glaubenssätzen auseinanderzusetzen ist ein Weg hin zu monetärer Kompetenz. Durch Reflexion können wir uns von erlernten Einschränkungen unsere Entscheidungen betreffend befreien und selbstbestimmt je nach Situation neu die für uns am besten passende Möglichkeit im Umgang mit Geld wählen.

Hier sind ein paar Fragen, die dir helfen können, herauszufinden, auf welcher Grundlage sich dein Umgang mit Geld eingestellt hat:

  • Welche Floskeln, Sprichwörter und Redewendungen mit Geldbezug kamen in deiner Kindheit häufig vor? Welche davon tauchen heute noch in deinen Gedanken auf?
  • Was ist für dich „typisch ich“ beim Thema Geld und weshalb? Was davon steht im Widerspruch zu anderen Werten, die dir sonst wichtig sind? Was davon erscheint dir selbst manchmal widersprüchlich oder hinderlich?
  • Bei welchen Lebensentscheidungen hat das Thema Geld eine Rolle gespielt? Welche hast du später bereut oder hinterfragt?
  • Welches Verhalten im Umgang mit Geld bewertest du positiv oder negativ (bei dir und anderen), und welche Glaubenssätze könnten dahinterstehen?
Manchmal führt Co-Kreation zu etwas, was keine*r der Beteiligten alleine geschafft hätte.

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